Kapitel 1

,,Und was machst du so in deinen Ferien?", fragte ich meine beste Freundin Jamie, als wir grade gemütlich über den Hofplatz der Schule schlenderten. Heute war der letzte Schultag vor den Sommerferien und wir hatten gerade große Pause.
,,Ach nicht viel... N bisschen hier, n bisschen dort... Mal schauen.... Du fährst doch in den Urlaub oder?", antwortete sie.
,,Ja, ich muss ja. Natürlich Spanien ist klasse, aber ich würde lieber hier bei dir bleiben, aber keine Chance. Hab meine Mutter auch schon gefragt ob ich dich nicht mitnehmen kann, nur das Auto ist voll.", sagte ich und ließ den Kopf hängen.
,,Wann fahrt ihr denn los?"
,,Montag morgen... Schon ganz früh. Und wir bleiben da für zwei Wochen. Voll scheiße!", doch da erschrak ich aufeinmal, da mich irgendsoein Trottel anrempelte. ,,Hey kannst du nicht aufpassen?", motzte ich ihn an ohne zu gucken wer es war. Ich schaute auf und sagte: ,,Boar, nich du. Sieh bloß zu das du mir aus den Augen gehst!", genervt drehte ich mich wieder zu Jamie und sie sah mich nur schief an. ,,Wer war das denn?", fragte sie mich als dieser komische Typ mit seinen Dreadlocks nur mit den Schultern zuckte und weiterging. Zusammen mit seinem Bruder, bei dem man eher dachte er sei ein Weib. Aber mal ehrlich, habt ihr schon mal einen Jungen gesehen der sich schminkt und seine Nägel lakiert? Außerdem müsste er schon 15 sein und war noch immer nicht im Stimmbruch. Wer weiß vielleicht ist er ja sogar ein Mädel.
,,Ach keine Ahnung, der nervt. Der hat mich letztens schon immer so komisch angeguckt. Ich wette mit dir der hat mich mit Absicht angerempelt.", antwortete ich dann genervt, doch leider konnten wir unser Gespräch nicht fortsetzten, da es zur Stunde klingelte.

Meine Name ist übrigens Lilly und ich bin 14 Jahre alt. Ich geh in Magdeburg auf das Gymnasium und wohne auch in Magdeburg. Ich bin so 1,60 groß und habe schulterlange blonde Haare. Aber genug davon. Jamie und ich gingen wieder ins Schulgebäude und ich machte mir auch keine Gedanken mehr über diesen komischen Typen, der meinte mich anrempeln zu müssen. Die letzte Stunde vor den Ferien ging ziemlich schnell rum, da wir nur unsere Zeugnisse bekamen und den Rest der Stunde machen konnten was wir wollten. Mein Zeugnis sah eigentlich ganz ordentlich aus. Ein paar zweien, paar dreien aber leider auch eine vier, in Chemie. Mein absolutes Hassfach.

Jamie und ich gingen zu den Bussen. Sie musste nach Loitsche und ich musste direkt in die Stadt hinein. Ich wohnte mit meiner Mutter in einer kleinen Mietwohnung mitten im Zentrum. Dort war immer viel Trubel, deshalb fuhr ich meistens nach der Schule mit zu Jamie und kam erst spät abends wieder nach Hause, da ich diesen ganzen Lärm und Trubel hasste. Auch heute fuhr ich wieder mal mit nach Loitsche. Erstens hatte ich keine Lust auf meine Mutter, da sie ständig nur rumnörgelte und zweitens wollte ich die restlichen Tage, bevor ich für zwei Wochen in den Urlaub fuhr noch mit meiner besten Freundin verbringen.
,,Kommst du heute mit zu mir?", fragte mich Jamie.
,,Ich dachte schon du fragst gar nicht mehr", witzelte ich rum. ,,Ja natürlich komm ich mit zu dir!"
,,Gut willst du denn auch bei uns schlafen? Wir könnten ja nachher auch noch ins Kino gehen...", sagte sie während sie in den Bus einstieg. Ich folgte ihr und wir schauten uns nach noch freien Plätzen um. Ich fand ziemlich schnell einen und setzte mich auch hin. Jamie saß indirekt neben mir. Naja der Gang war zwischen uns. Wir lächelten uns an und freuten uns auf die Busfahrt. Ich lehnte mich im Sitz zurück und stütze meinen Kopf hinten ab. ,,Hey!", hörte ich dann neben mir. Ich schaute rüber und verdrehte die Augen. ,,Ja, hallo!" Er schaute wieder aus dem Fenster und ich stur gerade aus. ,,Tut mir übrigens Leid wegen heute nachmittag!", entschuldigte er sich. ,,Ja, ja passt schon.", man kann der mich nicht mal in Ruhe lassen? Ich hatte keine Lust mir die ganze Busfahrt sein dummes Gelaber anzuhören. Ich schaute einmal rüber zu Jamie und sah das sie sich mit diesem Typen der neben ihr saß kräftig unterhielt. Er schien nett zu sein, nur leider konnte ich ihn nicht erkennen. Wieder fing der Typ an zu reden: ,,Und du wohnst auch in Loitsche? Ich bin übrigens Tom." Oh Gott ein 14 oder 15 Jähriger der Tom hieß. Jetzt geht aber los. ,,Ja, ne meine Freundin (ich deutete mit dem Finger auf sie) wohnt dort ich komme aus Magdeburg. Ich bin Lilly und wäre dir sehr verbunden, wenn du jetzt leise bist ich würde gerne ein wenig ausspannen!", sagte ich und drehte mich weg. Als ich nochmal rüber schaute zu Jamie sah ich endlich mit wem sie sich unterhielt. Es war der Bruder von diesem Tom. ,,Ok, Bill dann heute nachmittag so gegen fünf? Nimmst du dann auch deinen Bruder mit? Das wird bestimmt lustig!", hörte ich sie sagen. Oh nein... sie hat ihn doch nicht etwa gefragt ob er mit will ins Kino. Und dann soll Tom auch noch mit? Wie sollte ich das bloß aushalten? Ich wurde angestubst. ,,Darf ich bitte durch? Ich muss hier aussteigen.", Tom sah mich fragend an. ,,Oh ja, ich muss hier auch aussteigen.", meinte ich und erhob mich von meinem Sitzplatz. Jamie und Bill (ich glaube so nannte Jamie ihn) standen schon vor der Bustür.